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„Man muss nach Auschwitz fahren, um zu verstehen.“ – Bildungsfahrt Auschwitz & Krakau

Vom 06.-12.01. begab sich eine Reisegruppe von 35 Jugendlichen aus dem 10.-13. Jahrgang zu einer Bildungsfahrt nach Auschwitz und Krakau, welche von der Herzbrücke Nordheide e.V. organisiert wurde. Kernziel der Reise war der Besuch des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz , das größte Lager während der nationalsozialistischen Herrschaft. Die Zahl der Todesopfer betrug ca. 1,1-1,5 Millionen. Diese Zahl wurde zum Synonym für die unmenschlichen Verbrechen des Terrorregimes.

 Am Samstag erfolgte die Anreise mit dem Bus nach Oświęcim, wie Auschwitz auf polnisch heißt. Für den Sonntag und Montag standen die Besuche des Stammlagers Auschwitz und des Nebenlagers Auschwitz Birkenau auf dem Plan, ein Ort an dem ca. 1,3 Millionen Menschen, vor allem die jüdische Bevölkerung Europas, von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Aber auch Workshops, der Besuch einer Kunstausstellung, ein Stadtrundgang und der Besuch des jüdischen Museums brachten das Thema näher. Alle Teilnehmenden äußerten, dass die intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema betroffen, emotional und auch demütig machte. Ein Besuch in Auschwitz kann nicht durch Eindrücke aus Filmen und Büchern ersetzt werden und es gab bei allen Teilnehmenden noch viel Gesprächsbedarf und Fragen, die sich stellten, welche in abendlichen Reflexionsrunden ausgewertet wurden.
Nach diesen intensiven Tagen ging es weiter nach Krakau, der zweitgrößten Stadt Polens. Bei zwei Stadtführungen konnten wir uns von der Schönheit der Stadt überzeugen und schauten uns bei -10 Grad den gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern und die Burg Wawel an. Im Krakauer Stadtteil Kazimierz lernten wir das vielfältige jüdische Leben vor dem Zweiten Weltkrieg kennen und besuchten dort auch eine Synagoge. Abends schlenderte man dann einfach durch die kleinen Gassen und konnte eines der zahlreichen Restaurants besuchen, in denen polnisches oder auch koscheres Essen serviert wird. Einen runden thematischen Abschluss bildete der Besuch der Oskar Schindler Emaillefabrik, ein Museum, welches uns das jüdische Leben unter der NS-Besatzung in Krakau sowie die Person Schindler näher brachte – ein Mann der 1200 bei ihm angestellte jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung durch den NS-Staat bewahrte. Nach einer Woche voller wichtiger Erlebnisse, an die wir uns noch lange erinnern werden, freuten wir uns auch wieder sehr auf die „warme“ Heimat. Die Einsicht über das Geschehene trägt – im Lichte des Nahostkonflikts – zweifelsohne zu einem besseren Verständnis der Gegenwart bei. Schließlich lässt sich die Gründung Israels nicht ohne die Shoa erklären. Hierfür sind alle Schülerinnen und Schüler nun gewappnet. Die Meinung einer Schülerin aus Klasse 10:


„Alles in allem finde ich konnte man sehr viel lernen und mir ist nochmal klar geworden, dass man sich das Ausmaß der nationalsozialistischen Herrschaft nicht vorstellen kann wenn man nicht in Auschwitz war. In der Schule, sollte noch mehr über unsere frühere Geschichte gesprochen werden und es sollten Filme mit echten Menschen geguckt werden. Es gibt genug gute Filme, die zeigen wie schlimm es war. Man kann diese Geschehnisse nicht deutlich machen, wenn man nicht im Detail darüber spricht. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfahrungen machen durfte, ich finde jeder Schüler sollte auf diese Fahrt.“

Wir danken an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich der @explorefoundation und dem Lions Club Buchholz für die großzügige Unterstützung und die Möglichkeit diese Reise zu realisieren.

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